Tag 4 – Gemeinschaft und ein Ziel vor Augen
October 20, 2011
Heute war ein großartiger Tag!
Auch wenn es etwas verwirrend angefangen hat – ich möchte euch die Story nicht vorenthalten: Ich bin in aller Ruhe aufgewacht, hab mich fertig gemacht – und da ich mir überlegt habe, wie viel ich wohl an Gewicht verlieren könnte durch die Woche hab ich mich gewogen. Nach dem Duschen war ich mir nicht mehr sicher wie viel es war, also bin ich direkt noch mal auf die Waage gestiegen – und hier hat die Zuverlässigkeit billiger Digitalwaagen zugeschlagen. Auf einmal war ein Kilo mehr drauf als ich meinte in Erinnerung zu haben – und dass alles von nassen Haaren? Ich also noch mal neu auf die Waage gestiegen, da hat sie schon wieder was anderes angezeigt (aber nicht das gewünschte Ergebnis). Also hab ich mir überlegt, ob es wohl am Untergrund liegen könnte auf dem die Waage gestanden hat – und habe ausprobiert. Erst auf dem einen Badezimmerteppich, dann auf dem Anderen, dann halb auf dem Einen halb auf dem Anderen, auf dem Fliesenboden, im Flur – und jedes Mal kam ein anderes Ergebnis raus. Mal mehr, mal weniger. Ich war inzwischen doch ziemlich genervt, hab dann beschlossen mich dreimal an derselben Stelle drauf zu stellen – und diesmal kam auch tatsächlich dasselbe Ergebnis (wenn auch etwas mehr als beim ersten Versuch) bei raus.
Und dann ist mir ein Licht aufgegangen, aber buchstäblich. Wie ich so gegrübelt habe über mein Gewicht ist mir aufgefallen, dass ich während der ganzen Waagenaktion voll das Ziel aus den Augen verloren habe. Das Ziel ist nicht: wie nehme ich so schnell wie möglich soviel wie möglich ab. NEIN das Ziel ist: wie geht es mir wenn ich weniger als das wissenschaftlich errechnete Minimum an Nahrung zu mir nehme? Wie fühle ich mich, wenn ich hungrig bin?
Leute, ich sag euch – das war echt eine große Glühbirne. Und ich hab mich schon ein bisschen für meine Aktion da geschämt.
Ich mein – ich hungere hier freiwillig. Das ist ein großer Unterschied. Und dadurch ist mir etwas ganz starkes bewusst geworden: Ich kann nächste Woche wieder essen was ich will, ja – ich kann jederzeit wieder essen was ich will. 1/3 der Weltbevölkerung kann dies NICHT!
Und da steh ich da und mach mir Sorgen um mein Gewicht und meine Figur.
Das war schon ein Denkanstoß. Ich hab mir erstmal einen Tee gemacht (das ist der Luxus, den ich mir diese Woche gönne – jede mögliche Art von Kräuter und Früchtetee – ungesüßt) und mir überlegt was ich heute erledigen möchte, was ich schaffen will und ob ich das alles in den Tag unterkriege. Im Endeffekt kann ich sagen – ja, ich habe erstaunlich viel geschafft.
Ursprünglich hätte ich am Abend noch eine Probe gehabt mit einer Band – die aber aufgrund von Krankheit abgesagt wurde. Nun hatte ich auf einmal frei. Hey – ich könnte ja was für mich tun dachte ich mir. Was wollte ich schon lange mal wieder machen?
Auja – ich könnte ins Südstadtbad in die Sauna gehen. Das war ein großartiger Gedanke und die Begeisterung war grade auf ihrem Höhepunkt – da fiel mir ein – Mist! Ich esse ja diese Woche nur Reis. Zur näheren Erläuterung: ich esse dort immer einen totaaaal leckeren Salat, der für mich da einfach dazu gehört, und dann Sauna ohne Salat und Maracujasaftschorle???
Das wäre doch ein bisschen zu hart gewesen.
Etwas später ist mir dann eingefallen, dass es vielleicht für meinen Kreislauf auch nicht sooo gut sein könnte gerade diese Woche in die Sauna zu gehen. Nunja – also Plan B – ich könnte mich in die Badewanne legen und die Sprudelmatte, die ich vor ein paar Wochen gekauft habe ausprobieren. Oder aber – ich könnte ins Kino gehen. Einfach spontan hinlaufen und schauen welcher Film mich interessiert. Oder aber mein Wohnzimmer mal gscheit aufräumen.
Ihr seht – viel zu viele Möglichkeiten. Im Endeffekt habe ich mich für keine der oben genannten entschieden, denn mir ist eingefallen, dass heute ein Treffen der Reis-esser in einer WG angekündigt war um gemeinsam zu speisen und seine Erfahrungen auszutauschen.
Leute – ich sage euch, das war einer der schönsten Abende für mich seit langem. Tolle Menschen, toller Reis, interessante Gespräche, toller Worship – ein paar neue Samenkörner in meinem Herz und einfach ganz ganz viel Liebe.
Mit diesen Gedanken wünsche ich uns allen eine gute Nacht. Wir haben die Halbzeit überschritten. Die letzten drei Tage schaffen wir auch noch!!!
Ich hab euch alle lieb!!!